Mittwoch, 08.09.2021

Warum sind Infekte bei Diabetes so riskant?

Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes haben gegenüber Stoffwechselgesunden ein leicht erhöhtes Risiko für verschiedene Infektionskrankheiten, die durch Viren oder Bakterien ausgelöst werden. Dies ist insbesondere der Fall, wenn das Diabetesmanagement nicht gut ist und die Betroffenen dauerhaft zu hohe Blutzuckerwerte haben. Dies wirkt sich negativ auf das Immunsystem aus: Die Anfälligkeit für Krankheiten steigt. Infekte wie Erkältungen oder Grippe können bei Menschen mit Diabetes den Stoffwechsel durcheinanderbringen. Bereits ein Schnupfen kann den Blutzucker leicht ansteigen lassen. Wenn das körpereigene Abwehrsystem Erreger wie Bakterien oder Viren erkennt, werden Stresshormone freigesetzt. Dazu zählt Adrenalin. Es sorgt dafür, dass die Leber vermehrt Glukose abgibt. In der Folge steigt der Blutzuckerspiegel. Daneben kann es auch zur Unterzuckerung kommen, wenn bei Erbrechen oder Durchfall zu wenig Kohlenhydrate aufgenommen werden. Der Blutzucker sinkt, was durch Insulin oder Blutzuckersenker noch verstärkt wird. Bei bakteriellen Infektionen kann eine Antibiotika-Einnahme zu Wechselwirkungen mit den Diabetes-Medikamenten führen und damit ebenfalls zu einer Unterzuckerung. Bei Infekten sollte der Blutzucker engmaschig kontrolliert werden, etwa alle 3 Stunden. Auch im Hinblick auf eine Corona-Infektion ist neben einer Impfung eine stabile Blutzuckereinstellung sehr wichtig, um das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf im Falle einer Infektion zu reduzieren. Generell wirkt sich eine gute Blutzucker- und Stoffwechseleinstellung des Diabetes günstig auf das Immunsystem aus.

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